Loveparade Duisburg 2010

Am Samstag war ich geschockt, als ich die Nachricht erhielt, daß die diesjährige Loveparade in Duisburg zur Tragödie wurde. Die Nachricht erhielt ich auf einer Geburtstagsfeier.

Ich fühle mit den Verletzten und den Angehörigen der Verstorbenen.

Ein emotionaler Artikel der Ruhrbarone hat mich dazu bewogen diesen Artikel zu schreiben. Die Emotionen sind bei einer solchen Tragödie gerechtfertigt. Auch wenn es schwer fällt, muss man sachlich mit dem Thema umgehen. Die Ursache des Unglücks muss ermittelt werden. Voreilige Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Die Frage nach der Schuld muss unmissverständlich geklärt werden. Dazu hat die Staatsanwaltschaft Ihre Arbeit aufgenommen.

Am Sonntag habe ich mir die Pressenkonferenz im Livestream des WDR angeschaut. Ich war geschockt, wie scheinbar unwissend die Verantwortlichen waren. Ich war erstaunt wie stark die anwesenden Journalisten versuchten, Schuldbekenntnisse aus den Verantwortlichen herauszukitzeln. Warum sind Fragen nach der Sicherheit des Zugangs nicht im Vorfeld der Veranstaltung so eindringlich gestellt worden? Sind sie überhaupt öffentlich gestellt worden?

Als ich die ersten Bilder des Tunnels sah, dachte ich mir: „Da wäre ich bei der Menschenmenge niemals freiwillig reingegangen.“

Sicher hatten die Teilnehmer der Loveparade einen anderen Blickwinkel und vielleicht auch eine andere Wahrnehmung der Situation im Tunnel.

Was sich die Veranstalter und Verantwortlichen der Stadt Duisburg gefallen lassen müssen, sind Fragen nach der Sinnhaftigkeit des Sicherheitskonzeptes.

Wie kann man eine Veranstaltung, zu der auf jeden Fall mehr als eine Millionen Menschen erwartet werden müssen, auf einem Gelände planen das maximal 250.000 Menschen fasst? Egal wie hoch die Zahl hier auch wirklich ist. Alle Zahlen, die ich zur größe des Platzes bisher gehört habe (maximum 500.000), lagen weit unter der zu erwartenden Besucherzahl. Vielleicht verteilt sich die Menschenmenge über den Tag. Aber selbst dann ist ein Sicherheitskonzept mit nur genau einem Flucht bzw. Zugangsweg doch äusserst fragwürdig. Oder gab es andere geplante Möglichkeiten, die nicht gennutzt wurden?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s